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Rund um's Auto
 

Um Australien zu erleben, muß man mobil sein. Die Distanzen sind enorm, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Schon nach ein paar Tagen stellt sich meist auch eine gewisse Aussie-Mentalität ein: Wen kümmert es schon, hundert Kilometer ins nächste Pub zu fahren, wenn dort ein kühles Getränk wartet.

Wenn Sie ein Fahrzeug mieten - egal ob Auto, Motorhome oder Geländewagen - sollten Sie mit Kreditkarte zahlen, da in der Regel sonst vom Vermieter eine hohe Kaution in Bar einbehalten wird. Beachten Sie bitte unbedingt, daß die Vermieter gewisse Routen ausschließen. Falls Sie dennoch dort fahren, besteht kein Versicherungsschutz. In Westaustralien und im Northern Territory kosten Mietwagen etwa das Doppelte des normalen Preises. Einwegmieten von und in diese Regionen unterliegen meist besonderen Bestimmungen (z.B. obligatorischer Autotausch in Adelaide und ähnlicher Unsinn).

Neuerdings belasten manche Vermieter das Konto des Kreditkarteninhabers mit der vollen Kautionshöhe, wenn das Auto ohne Abschluß einer Zusatzversicherung übernommen wird. Das macht mit unter mehrere tausend Dollar aus, achten Sie also unbedingt auf die Abdeckung des Kreditkartenkontos! Nach Rückgabe des unbeschädigten Fahrzeugs erhält man dann sein Geld zurück. Wieviel das ist, hängt von den Finanzmärkten ab, denn natürlich trägt der Kunde das Wechselkursrisiko. Wir halten dies für moderne Wegelagerei: Der Unternehmen kassiert Zinsgewinne oder spart sich Bankkredite - die Kunden (?) dürfen das bezahlen. Es soll jeder selbst entscheiden, was davon zu halten ist und ob es sich auszahlt, seine Meinung auch per E-mail an diese Unternehmen weiterzuleiten.

Wollen Sie länger als 8 Wochen unterwegs sein, sollten Sie auch über die Möglichkeit eines Autokaufs mit Rücknahmegarantie nachdenken, was allerdings nur bei einer Reiseroute ohne Inlandsflüge Sinn macht. Wenn Sie einen günstigen Gebrauchtwagen ohne Rückkaufgarantie erwerben wollen, sollten Sie bedenken, daß Sie keinen vernünftigen Preis erzielen werden, wenn Sie versuchen, den Wagen in einem anderen Bundesstaat zu verkaufen als in jenem, in welchem die Zulassung ausgestellt wurde.

In down under herrscht Linksverkehr. Aber das klingt viel schlimmer als es tatsächlich ist. Nur zu Beginn müssen Sie höllisch aufpassen und wenn Sie müde oder unaufmerksam werden. Also seien Sie wachsam, wenn Sie den Wagen vom Vermieter übernehmen und die ersten Kilometer fahren (besonders wenn Sie an Kreuzungen abbiegen). Nicht umsonst finden Sie die Tafel "Keep left" in unglaublichen Mengen in der Umgebung der Flughäfen. Denken Sie auch daran, genügend Pausen während langer Fahrten einzulegen. Schon nach wenigen Tagen werden Sie sich wie selbstverständlich auf Australiens Straßen bewegen. Nur gelegentlich erwischen Sie anstatt des Blinkers den Scheibenwischer, aber das geht allen so, und dagegen ist kaum ein Kraut gewachsen.

Der internationale Führerschein ist in Australien neuerdings vorgeschrieben. Es herrscht Gurtenpflicht auf allen Sitzen, die Promillegrenze liegt bei 0,5 (im Northern Territory bei 0,8). Im Ortsgebiet beträgt die Geschwindigkeitsgrenze 60 km/h, außerorts 100 oder 110 km/h - die Straßen sind in sehr gutem Zustand und ausreichend beschildert. Gelegentlich lauert die Polizei mit Radarpistolen. Am Land ist es Sonntags manchmal nicht leicht, eine geöffnete Tankstelle zu finden. Besonders bei Fahrten ins Hinterland achten Sie bitte unbedingt darauf, eine gute Straßenkarte mitzuführen. Die von den Vermietern beigestellten Karten sind gelegentlich nur zur groben Orientierung brauchbar.

Wenn möglich, vermeiden Sie Überlandfahrten in der Nacht, die toten Tiere am Straßenrand sind nicht an Hitzschlag verendet. Ein Känguruh ist nicht zu unterschätzen, schon gar nicht eine Kuh - also Vorsicht. Ebenso lästig und mitunter nicht ungefährlich sind Roadtrains, bis zu 50 m lange Monstertrucks. Vorsicht beim Überholen, das dauert eine Ewigkeit und Sie müssen durch einen Hagel aufgewirbelter Steine, während Sie unter Umständen für Entgegenkommende nicht auszumachen sind. Kommt Ihnen das Unding entgegen, halten Sie lieber an und fahren Sie zur Seite (auf schmaler Straße) oder verringern Sie die Geschwindigkeit. Die Windschutzscheibe wird es Ihnen danken, denn die aufgewirbelten Steine schlagen nette Löcher (ev. Glasbruchversicherung abschließen).

Auch auf allen unbefestigten Straßen empfiehlt es sich, entsprechend vorsichtig zu fahren. Selbst wenn die Piste kompakt erscheint, plötzlich wird der Sand tief, das Fahrzeug schlingert, man reagiert falsch und schon ist es passiert. Das geht schneller als man glaubt. Bei Fahrten ins Outback melden Sie sich am Abfahrtsort ab und/oder kündigen Sie am Zielort Ihre Ankunft an. Sorgen Sie für entsprechende Vorräte an Treibstoff und Wasser (mind. 4 Liter pro Person und Tag). Im Falle einer Panne bleiben Sie beim Auto (nicht im Auto, außer Nachts), bewegen Sie sich möglichst wenig, sorgen Sie für ausreichenden Sonnenschutz, schützen Sie Ihre Haut vor der Sonne und warten Sie geduldig auf Hilfe. Auch wenn es mehrere Tage dauert, man wird Sie finden, wenn Sie sich richtig verhalten.

 
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