Kakadu National Park Reisebericht

Dingo Australien

Dingos sind australische Wildhunde, die von Haushunden abstammen, die allerdings seit Jahrtausenden wieder wild leben. Wissenschaftler vermuten, dass Dingos von Pariahhunden abstammen, die vor ca. 5000 Jahren von Malaysia nach Australien gelangten.

Dingo Australien Da die Dingos keine nennenswerten Nahrungskonkurrenten hatten, verbreiteten sie sich schnell über den ganzen Kontinent. Gelegentlich nahmen Aborigines Dingowelpen bei sich auf, es kam allerdings zu keiner neuen Domestizierung. Dingos sind in der Regel so groß wie ein Schäferhund und meist gelblich oder rötlich gefärbt, wenn es auch schwarze und weiße Dingos gibt. Die australischen Wildhunde haben große Ähnlichkeit mit Wölfen und stammen vermutlich von indischen Wölfen ab. Dingos ernähren sich von Kängerus, Wombats, kleineren Säugetieren und Reptilien. Ihre Hauptbeute dürften allerdings die von den Europäern verbreiteten Wildkaninchen sein. Gelegentlich reissen Dingos auch Schafe, weshalb diese australischen Wildhunde jahrelang erbittert verfolgt wurden. Mit der wachsenden Bedeutung der Schafzucht in Australien wurden Dingos zu Schädlingen erklärt, und es wurden bis in die jüngste Vergangenheit Abschußprämien für Dingos gezahlt. Es wurde sogar quer durch Australien ein Zaun gebaut, der Dingos von den dichtbesiedelten Gebieten fernhalten sollte. Der "Dingozaun" erstreckt sich vom nordöstlichen Queensland bis zur Küste von Südaustralien. Dingos, die auf der "falschen" Seite des Zauns erwischt wurden, waren automatisch zum Abschuß freigeben, wofür manche Schafzüchter bis vor kurzem Prämien zahlten. Als Hunderasse wird der Dingo von der internationalen Züchterorganisation nicht anerkannt, doch erlaubt das australische Gesetz seit Ende der 90er, dass die australischen Wildhunde in New South Wales als Haustiere gehalten werden dürfen. Dingos haben viel mit Wölfen gemeinsam, und wie ihre wilden Verwandten bellen sie nicht, sondern verständigen sich, wie Wölfe, mit Heullauten. Ein potentieller naher Verwandter des Dingos ist möglicherweise der Carolina Dog, der vom Verhalten und der Anatomie große Ähnlichkeit mit dem australischen Wildhund hat und daher auch "American Dingo" genannt wird. Trotz jahrelanger erbarmungsloser Verfolgung mit Gewehr und Gift, sind Dingos noch immer weit verbreitet. Die größte Gefahr für den Dingo ist heute allerdings nicht mehr der Mensch, sondern die domestizierte Verwandschaft. Nach Schätzungen sind bereits 78% der Dingos in Australien Hybriden aus Haushund und Dingo, so dass der genetische Fortbestand der Dingos skeptisch beurteilt werden muss.

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