Kakadu National Park Reisebericht
| SeeadlerÜDer
Wedge-tailed Eagle, zu Deutsch Keilschwanzadler, ist der größte in
Australien lebende Greifvogel und einer der größten Adler weltweit.
Mit einer Spannweite bis zu 250 Zentimetern und einer Körperlänge von
bis zu einem Meter bietet er einen imposanten Anblick, wenn er aus der Luft Ausschau
nach passender Nahrung hält.
Säugetiere
bis zur Größe von kleinen Kängurus sind seine Nahrung, genauso
wie Reptilien und Vögel. Aber auch Aas wird vom Keilschwanzadler gerne angenommen.
Er bevorzugt waldreiche Gegenden ist aber in ganz Australien anzutreffen, heute
auch bevorzugt direkt an den Hauptverkehrsstraßen, wo er überfahrene
Tiere als schnelle Beute betrachtet. Dreißig bis vierzig Adler, die sich
so zu einer Mahlzeit versammeln, sind keine Seltenheit. Die Adler bedienen sich
hin und wieder auch an den Lämmern der australischen Farmer, allerdings fällt
ihre Auswahl immer auf die kranken Tiere. Der australische Keilschwanzadler
ist eine Unterart seiner in Asien weit verbreiteten Familie. Er ist meist tiefbraun
und besitzt einen rautenförmigen Schwanz, von dem er seinen Namen hat. Von
April bis September brüten die Adler zwischen 45 und 50 Tage und nach etwa
75 Tagen verlassen die Jungen das Nest. Die Jungvögel weisen zunächst
ein ganz helles Gefieder auf, werden dann hellbraun und im Laufe ihres Lebens
immer dunkler. An der Intensität der Farbe kann man ungefähr das Alter
der Keilschwanzadler erkennen. Die meisten Keilschwanzadler werden etwa 20 Jahre
alt, aber auch 50jährige Vertreter ihrer Familie kann man hin und wieder
antreffen.
Adlerhorste bestehen aus einer Plattform aus Ästen
und Zweigen befinden sich vorwiegend oben in der Krone des höchsten Baumes
der Umgebung, von wo aus eine uneingeschränkte Sicht auf die ganze umliegende
Gegend möglich ist. In baumlosen Gegenden nisten die Adler auch in Felsklippen
und auf Felsvorsprüngen. Die Nester haben einen Durchmesser von etwa 1,8m,
sind bis zu drei Meter tief und werden häufig während mehrerer Jahre
benutzt. Das Nest wird während der Brutzeit täglich mit frischen Blättern
ausgelegt, die der männliche Adler sammelt. Auch die Jagd ist während
der Brut und der Aufzucht der Jungen seine Aufgabe, während das Brüten
vorwiegend Angelegenheit des weiblichen Adlers ist. Meist schlüpfen zwei,
manchmal drei junge Adler, wobei meistens nur das kräftigste von ihnen überlebt.
Wird das Futter knapp, so tötet das stärkere Tier das andere Junge und
frisst es auf. Während längerer Trockenperioden brüten die Keilschwanzadler
über Jahre hinweg nicht. Adlerpaare finden sich meist für das ganze
Leben, sind aber nur während der Brutzeit zusammen und teilen sich den Rest
des Jahres über lediglich das Revier.
Lange Zeit wurde der Wedge-tailed
Eagle, der eine wichtige ökologische Funktion im Kampf gegen die Überpopulation
an Wildkaninchen hatte und immer noch hat, vor allem von Schaffarmern als Schädling
angesehen. Bis zu 30 000 Tiere wurden pro Jahr getötet. Die Abholzung der
Wälder vernichtete außerdem große Teile des angestammten Lebensraumes
der Keilsschwanzadler. Heute wird ihr Bestand noch auf 100 bis 130 Brutpaare geschätzt
und der australische Keilschwanzadler steht inzwischen auf der Liste der vom Aussterben
bedrohten Tiere und darf weder getötet noch gefangen werden.
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