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News: Unterhaltung - Klimaschutz: Australien will mehr als eine Million Kamele zum Abschuss freigeben

10.06.2011

Im 19. Jahrhundert brachten Europäer Kamele als Lastentiere nach Australien. Als in den 1920er Jahren Eisenbahn und Lastkraftwagen aufkamen, wurden die Trampeltiere in die Freiheit entlassen. Die Tiere vermehrten sich so stark, dass ihre Population inzwischen auf über eine Million geschätzt wird. Wilde Kamele sind in Down Under längst zur Plage geworden. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Umwelt bereits ab zwei Kamelen pro Quadratkilometer empfindlich geschädigt wird. Die Kamelherden verwüsten ganze Landstriche, viele Farmer sind außerdem wegen der Nahrungskonkurrenz für ihre Tiere besorgt.

Die australische Regierung gab jetzt einen weiteren Grund für den Abschuss der Kamele bekannt: jedes der Tiere stoße etwa 45 Kilogramm Methangas jährlich beim Rülpsen aus, was etwa einer Tonne Kohlendioxid entspreche. Wenn die mehr als eine Million in Down Under lebenden Kamele getötet würden, so würde dies so viel klimaschädigende Treibhausgase sparen wie die Stilllegung von 300.000 Autos, erklärte John Cobb, Experte für Agrarwirtschaft. Mit dem Abschuss der Tiere will Australien zur Klimarettung beigetragen.

Etwa die Hälfte der Kamele lebt in Western Australia, dazu kommen 25 Prozent im Northern Territory und 25 Prozent im westlichen Queensland. Australien hat durch importierte Tiere eine Menge Probleme: für die traditionelle Fuchsjagd ausgesetzte Füchse vermehrten sich schnell und rotteten bereits einige einheimische Beuteltierarten komplett aus, aus Europa mitgebrachte Kaninchen wurden zu einer Plage, Aga-Kröten aus den USA eingeschleppt verdrängen die einheimischen Arten und vermehren sich explosionsartig. (AK)

© Down Under Guide 2011