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Australian Capital Territory - Tidbinbilla-Naturreservat in Canberra

Tidbinbilla-Naturreservat
© Down Under Guide

Das 1971 unter Naturschutz gestellte Gebiet Tidbinbilla liegt südwestlich von Canberra im Australian Capital Territory. Das Reservat umfasst eine Fläche von beinahe 55 km² und grenzt direkt an den Manadgi-Nationalpark. Im Jahr 2003 wurde es allerdings zu 99% von einem verheerenden Buschfeuer zerstört und auch wenn bereits viel an Vegetation und Tierwelt zurück gekehrt ist, so wird es doch noch einige Jahre dauern, bis es wieder auf dem ursprünglichen Stand ist. Dennoch lohnt sich ein Besuch von Tidbinbilla immer, denn das Gebiet ist zugleich eine einmalige historische Fundstätte.

Das Naturreservat erstreckt sich über ein breites Tal, welches von der Gibraltar Hügelkette gesäumt ist und auch den Tidbnibilla Mountain sein eigen nennen darf. Die Hänge der Hügel sind zumeist steil und unberührt. Ursprünglich hieß das Gebiet – in der Aboriginalsprache – Jedbibilla, was „Wo die Jungen zu Männer werden“ bedeutet, aber im Laufe der Zeit wurde es, auch durch sprachliche Missverständnisse zu Tidbinilla.

Besucher haben hier die Möglichkeit an geführten Buschtouren teilzunehmen und nach den wenigen dort lebenden Koalas Ausschau halten, dabei aber zugleich eine Vielzahl des weiteren Wildlebens bewundern können. Das Reservat ist Heimat für Kängurus, Koalas, Emus, Schnabeltiere, Wallabys und Leierschwänze, wie auch vielen anderen Wildtieren des Kontinents. Zudem gibt es hier eine große Population an Bogong-Faltern – braune oder schwarze Nachtfalter, welche den Aborigines früher als wichtige Nahrungsquelle dienten. Im Koala-Gehege des Instituts für Anatomie kann man dann einen begrenzten Einblick in das Gehege und die Forschungen, die hier zum Schutz betrieben werden, erhalten.

Das gesamte Gebiet des Naturparks wird von Wanderwegen durchzogen, auf denen man auf eigene Faust die Flora und Fauna des Reservats entdecken kann. Die Wanderwege erstrecken sich dabei auf Längen zwischen 30 Minuten und sechs Stunden. Archäologisch gesehen bietet das Gebiet die bisher älteste Lagerstätte der Aborigines, die jemals gefunden wurde. Diese befindet sich an den Bogong Rocks und beim Birriagi-Felsdach wurden ebenfalls solche alte Siedlungsspuren entdeckt. Wen eher die jüngere Geschichtsschreibung interessiert, hat die Möglichkeit bei Nil Desperandum am Hurdle Creek Spuren aus der Kolonialzeit Australiens nachzugehen. Hier befindet sich ein altes Erdhaus mit den nahe gelegenen Überresten einer Eukalyptus-Schnapsbrennerei. Nicht weit entfernt liegt zudem das Rock Valley Homestead, ein 1895 errichtetes Gehöft, welches jedoch bei dem Feuer von 2003 schwer beschädigt wurde.

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