Balgo in West Australien
Zentrum der Aborigine-Kunst
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Die Wirrimanu Community, auch Balgo Hills, auch einfach „Balgo“ genannt, liegt im nordöstlichen Teil Westaustraliens. Obwohl die kleine Gemeinde nur etwa 400 Mitglieder umfasst, ist sie eines der wichtigsten australischen Zentren für die Kunst der Ureinwohner Australiens: der Aborigines. Nahe des Tanami Tracks, der kürzesten Verbindung zum Zentrum, sind die Balgo Hills über den Northern Highway leicht zu erreichen. Aber natürlich sind Entfernungen in Australien relativ, und so liegt die Gemeinde doch vergleichsweise abgelegen – sie ist etwas 230 Kilometer von Halls Creek, das direkt am Tanami Track liegt, entfernt. Von Alice Springs trennen die Balgo Hills etwa 830 Kilometer. Dieser nicht ungerechtfertigte Eindruck von Abgeschiedenheit mag auch entstehen, weil Balgo gleich zwei Wüsten miteinander verbindet: die Große Sandwüste (Great Sandy Desert) und die Tanami Wüste. Doch obwohl Balgo somit in einer Wüstenregion liegt, können gelegentliche Überflutungen des Tanami Tracks im Sommer die Anfahrt erschweren. Daher empfiehlt sich die Anreise per Flugzeug. Die Siedlung wurde in den 1960er Jahren gegründet. Eine katholische Mission versammelte damals Nomadenstämme der umliegenden Regionen. Die Sprache vieler dieser Stämme ist Kukatja, und so wird auch der Name „Balgo“ aus dieser abgeleitet: die Reisgräser, die auf den Old Mission Hills wachsen, werden „palkurr-palkurr“ genannt. Berühmt ist die australische Gemeinde jedoch weniger für ihre Reisgräser als für ihre Künstler. Einige der berühmtesten australischen Künstler stammen von hier, darunter Eubena Nampitjin, Elisabeth Nyumi und Boxer Milner. So sind nicht nur Balgo-Gemälde, sondern auch Balgo-Glas unter Sammlern sehr gefragt. Das „Balgo Art Centre“ (Walayirti Artists) hält zu beiden interessante Informationen parat. Auch die vom „Australian Art Collectors Magazine“ veröffentlichte Schrift „Australia’s Most Collectable Artists“ verweist auf viele Künstler aus der Balgo-Region. Paradoxerweise ist der Markenname „Balgo“ eine eher umgangssprachliche Bezeichnung. Offiziell heißt die Gemeinde „Wirrimanu“, und das bereits seit den 1970er Jahren, als Ortsansässige die katholische Mission übernahmen. Aber auch Besucher, die sich nicht vorrangig für Kunst interessieren, kommen hier auf ihre Kosten: Den starken Bezug der Einwohner zur Natur kann man nicht nur anhand der Malereien, sondern auch an Ritualen und traditionellen Tänzen nachvollziehen. Ebenso spannend ist es, sich von den Bewohnern Balgos das noch heute übliche Sammeln von Nahrungsmitteln im Bush zeigen zu lassen. |
