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Anne Beadell Highway in West Australien

Laverton - Coober Pedy 1.324 Kilometer Abenteuer

Anne Beadell Highway
© Tourism Western Australia

Der berühmte Outback-Track in Australien, der sogenannte Anne Beadell Highway führt über eine 1.324 km lange Strecke von Laverton in West-Australien nach Coober Pedy in Süd-Australien. Diese Strecke liegt in einem der abgeschiedensten Gebiete in Australien. Gebaut und vermessen wurde diese Strecke von Len Beadell, einem australischen Vermessungstechniker, Forscher und Autor. Diese Strecke benannte er nach seiner Frau Anne.

Len Beadell und sein Team entwickelten diese Strecke in den späten 50er Jahren. Die Strecke kreuzt den Connie Sue Highway Track, benannt nach Len und Anne Beadells Tochter, und den Neale Junction im Westen.

Die Strecke selbst führt größtenteils durch rote Sandwüsten. Den Anne Beadell Highway zu befahren empfiehlt sich nicht während der australischen Sommermonate. Hier muss man mit Temperaturen um die 50 ° C rechnen. Landschaftlich ist es hier atemberaubend schön, vor allem während der Blütezeit. Das Mulga-Buschwerk kann aber hier teilweise so hart sein, dass es selbst die schweren Allradreifen durchlöchert.

Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und es gibt auf der ganzen Fahrt vieles zu entdecken und zu sehen. Der Weg führt kurzfristig durch das ehemalige britische Atom-Testgelände der WWU Field. Hier wurden 1946 von den Briten aufgrund der unbewohnten Fläche erste atomare Tests durchgeführt. Besucher können bis zur Markung vorgehen, wo die Bomben detonierten. Teilweise führt die Strecke durch das Naturschutzgebiet der Aboriginal-Länder. Vorbei fährt man an einigen Salzseen und dem Aboriginal Stonefield. Das Wrack eines zweimotorigen Leichtflugzeugs, welches am 28. Januar 1993 hier abstürzte, liegt unweit der Strecke. Der Weg führt auch durch den Mamungari Conservation Park, einer der zwölf australischen Biosphärenreservate.

Campingplätze findet man beispielsweise am Tallaringa Native Gut und am Ilurlka Roadhouse.

Der Anne Beadell Highway kann ausschließlich mit dem Allrad befahren werden. Die Strecke ist zwar für einen gestandenen Allradfahrer nicht besonders schwierig, aber es sind immerhin beinahe 1.400 km. Und zwischen den Siedlungen Coober Pedy und Laverton befinden sich weder Siedlungen, Gasthäuser und vor allem keine Tankstelle. Um die Strecke zu durchfahren braucht man unter guten Voraussetzungen etwa 5 Tage. Man sollte aber mit Ereignissen, wie Pannen, platten Reifen und eventuellen Sturzfluten rechnen. Da die Strecke nicht ausgeschildert ist, sollte man auf GPS und ein HF-Radio nicht verzichten. Weiterhin sollte man ein zweites Reserverad, am besten auf Felge mitnehmen. Auf der Liste der wichtigsten Dinge stehen auf jeden Fall Schläuche, Montiereisen, Schanzzeug und vor allem genügend Reservekanister mit ausreichend Kraftstoff. Die Straßen selbst variieren und sind oft sehr schmal, kurvig und sandig. Teilweise werden die Straßen zu sogenannten Wellblechstraßen, oder auch „Corrugations“. Diese kann man nicht langsam fahren sondern muss mit einer Mindestgeschwindigkeit von 60 – 80 km/h drüber hinweg gleiten. An anderen Stellen ist die Straßenoberfläche durch lang anhaltenden Regen ziemlich aufgeweicht, hier spricht man von sogenannten „washouts“. Beachten sollte man, dass man zwar auf der gesamten Strecke wahrscheinlich nie einem Fahrzeug begegnet wird, man aber trotzdem für diesen Fall gewisse Sicherheitsvorkehrungen treffen sollte. Bevor man beispielsweise eine unübersichtliche Stelle überquert, sollte auf deren Spitze eine Flagge angebracht werden, um eine Kollision mit eventuellem Gegenverkehr zu vermeiden. Mit einem UHF-Radio hat man die Möglichkeit über den Kanal 10 andere Reisende zu kontaktieren.

Vor Beginn der Fahrt sollte man daran denken, einige vorgeschriebene Genehmigungen einzuholen. Diese Genehmigungen sind teilweise kostenlos, müssen aber besorgt werden. Sie enthalten Informationen zum Schutz der Aborigines-Länder, Nationalparks und weitere Bereiche. Eine dieser einzuholenden Genehmigungen ist der South Australia Desert Parks Pass. Mit diesem Pass erhält mal ein komplettes Paket an Kartenmaterial, Informationen über die Region, einheimische Pflanzen und Tiere. Ebenso enthalten sie Tipps für Notfälle und 1. Hilfe im Outback. Es wird ein Pass pro Fahrzeug benötigt. Dieser gilt in der Regel ein Jahr und ist notwendig für die sogenannten Allrad-Touristen. Weitere Informationen zu notwendigen Reiseunterlagen erhält man beim Lehrstuhl für Umwelt und Kulturerbe der jeweiligen Outback-Region. Des Weiteren braucht man eine Camping-Bewilligung. Diese Papiere sollte man alle bereits sechs Wochen vor Abreisedatum besorgen. Aufgrund der Abgeschiedenheit des Anne Beadell Highways empfiehlt es sich, vor Abreise die Polizei in Laverton bzw. in Coober Pedy zu informieren und sich dort bei Ankunft wieder anzumelden.