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Gunbarell Highway in West Australien

Von Wiluna nach Warburton (826 km)

Gunbarell Highway
© Tourism Western Australia

Der Gunbarell Highway ist trotz seines so durchschnittlich klingenden Namens einer der anspruchsvollsten Outback Tracks Australiens. So gerade wie ein Gewehrlauf, ein Gunbarrel, sollte die Piste dieser ersten Ost-West-Verbindung Australiens durch die Wüste planiert werden. 1958 wurde er als Versorgungsstrecke zwischen der Woomera Rocket Range und der Giles Weather Station angelegt. Eine von vielen Pisten im australischen Outback, die der letzte große Erforscher dieses Kontinents, Len Beadell, mit einer kleinen Gruppe Arbeiter in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts angelegt hat. Entlang der Strecke erinnern noch viele originale Wegweiser an den Erbauer des Highways. Große Teile der Piste befinden sich auch bis heute noch im Originalzustand, wie sie von Beadell und seinen Leuten erbaut worden ist.

Von Wiluna bis zum Warburton Roadhouse dauert die Fahrt durchschnittlich zwei bis fünf Tag. Frühling und Herbst mit einer Durchschnittstemperatur zwischen zwanzig und dreißig Grad Celsius eignen sich sehr gut, um den Highway auf trockener Piste und mit einem relativ geringen Wasserverbrauch zu bewältigen. Der australische Sommer ist für eine Wüstendurchquerung in diesem Ausmaß zu heiß und da die Gegend am Rande des Monsungebietes liegt, oft so nass, dass die Piste über mehrere Tage unbefahrbar werden kann. Der australische Winter hingegen ist extrem trocken, nur sehr selten gibt es vereinzelte schwache Regenfälle.

Von Wiluna bis zur Carnegie Station verläuft die Piste noch einigermaßen anspruchslos. Etwa 80 Kilometer weiter beginnt dann der Abschnitt, der von Fahrern und Fahrzeugen die größten Anstrengungen fordert. Bis zur letzten Kreuzung vor Warburton wird der Track zu einer extremen Waschbrettpiste. Starke unregelmäßige Auswaschungen des sandigen Untergrunds beanspruchen sehr gutes fahrerisches Können.

Etwa 40 km vor dem Warburton Roadhouse biegt der originale Gunbarell Highway noch einmal ab und führt quer durch die Dünen in einem langgezogenen Bogen bis Warburton. Um diese Strecke befahren zu dürfen, muss eine offizielle Genehmigung eingeholt werden. Nur wenn das Fahrzeug ein Royal Flying Doctors Radio, ein Funkgerät für den Langstreckenempfang, besitzt, wird die Genehmigung erteilt. Auf diesem eher selten befahrenen Teilstück des Gunbarell Highway werden noch einmal alle Reserven der Fahrer gefordert, bei zweispurigen Fahrzeugen noch viel mehr, als auf zwei Rädern.

Das anstrengende Abenteuer Gunbarell Highway wird durch die überwältigend schöne Outback Landschaft des Red Center belohnt. Unterbrochen wird die rote Sandlandschaft auf halber Strecke unvermutet in der Carnegie Station durch eine satte grüne Rasenfläche. Mit sehr viel Pflege und noch mehr Wasser wird diese Grünfläche mitten in der Wüste das ganze Jahr über gepflegt und sie dürfte der bekannteste Rasen überhaupt in ganz Australien sein. Weiter geht es dann wieder zwischen rotem Sand und blauem Himmel, eine Tour, die so schnell sicher nicht in Vergessenheit gerät.