Südlich der Great Sandy Desert (Großen Sandwüste) und nördlich der Great Victoria Desert (Große Victoria-Wüste) liegt die Gibson Desert (Gibsonwüste). Nicht höher als fünfhundert Meter über dem Meeresspiegel gelegen, bedeckt sie eine Fläche von etwa 155000 Quadratkilometern. Klima und Landschaft der Gibsonwüste sind charakteristisch für das Tafelland des Westaustralischen Plateaus.
So liegen die Temperaturen zwischen teilweise mehr als 40°C im Sommer und 18°C im Winter. Das Klima ist heiß und trocken, denn der jährliche Niederschlag beträgt nur etwa 200 bis 250 Millimeter pro Quadratmeter. Auch die Nähe der Gibson Desert zu Lake Disappointment und Lake Macdonald können daran nichts ändern. Die Natur hat sich diesem trockenen Klima angepasst und ist von Industrie und Landwirtschaft fast gänzlich unberührt. Daher bietet die Gibson Desert dem Reisenden ein reiches Spektrum der Wüstenlandschaft. Tiere wie Känguru, Emu, oder – weniger bekannt aber dafür umso spektakulärer – Thorny Devil und Bilby, können hier in freier Wildbahn beobachtet werden. Auch Kamelen, Perentien und allerlei Reptilien werden Sie auf einer Tour durch die Wüste begegnen.
Die einzigen menschlichen Bewohner der Gibson Desert sind die Ureinwohner Australiens. Der Stamm der Pintupi nahm erst im Jahre 1984 Kontakt mit der Australischen Bevölkerung auf, und zwar anlässlich einer extremen Dürre. Diese hatte sie dazu bewogen, ihren nomadischen Lebenswandel kurzzeitig zu unterbrechen. Die Pinuptis gelten daher als der letzte Stamm der australischen Ureinwohner, der noch unbeeinflusst von der westlichen Zivilisation lebt.
Zugang zur Wüste hat man über den berühmten Gunbarrel Highway, einer der bekanntesten und anspruchsvollsten Tracking-Strecken Australiens. Liebhaber von Geländewagen haben hier ihre wahre Freude. Menschen, die sich lieber auf die Natur konzentrieren, bietet der Gunbarrel Highway eine Tour quer durch das australische Outback, die alle Facetten des Landes beinhaltet.
Der Mann, nach dem die Gibson Desert benannt ist, konnte noch nicht von den technischen Vorteilen unserer Zeit und der guten Erreichbarkeit der Wüste oder von sachkundigen Reiseleitern profitieren: Alfred Gibson starb 1874 während des Versuchs, die Wüste zu durchqueren. Sein Partner Ernest Giles entging nur knapp einem ähnlichen Schicksal. Heutige Besucher müssen aber nicht mehr um ihre Sicherheit bangen, wenn sie die Gibsonwüste besuchen. Das Flair eines Abenteurers umgibt aber nach wie vor jeden, der sich in diese einmalige Landschaft wagt.