Die Große Sandwüste, Great Sandy Desert oder auch Canning Basin genannt, bildet zusammen mit anderen Landschaften wie der Gibsonwüste im Südwesten und der Tanami Wüste im Westen die große Wüstenlandschaft Western Desert. Damit formt sie einen charakteristischen Anteil der Landschaft Westaustraliens. Sie bedeckt etwa 520000 Quadratkilometer des Bundesstaats Western Australia und damit etwa ein Fünftel seiner Gesamtfläche. Begrenzt wird sie zudem durch die Gebirgszüge der Kimberley-Berge und des Pilbara.
Das Klima in der Großen Sandwüste ist trocken und heiß. Obwohl bereits bis zu 300 Millimeter Niederschlag pro Jahr gemessen wurden, fällt der Regen in dieser Region sehr unterschiedlich. So kann es einerseits zu mehrjährigen Dürreperioden, andererseits aber auch zu tropischen Zyklonen kommen, die mit ihren gewaltigen Wassermengen für Überschwemmungen sorgen können. Das heiße Klima entsteht trotz der relativ hohen Niederschlagsmenge durch eine extreme Verdunstungsrate. Grund dafür sind die sehr hohen Temperaturen: die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur liegt bei 35°C, im Sommer werden im Zentralteil der Wüste bis zu 42°C gemessen. Bei einer Tour durch die Große Sandwüste sollte man sich also auf das heiße Klima einstellen, denn es gibt viel zu entdecken!
Die noch weitgehend unberührte Landschaft bietet ein umfassendes und faszinierendes Panorama von Sand- und Salzseen sowie Salzmarschen. Nicht umsonst werden hier wertvolle Minerallagerstätten vermutet. Außerdem zaubert der heiße Wüstenwind immer wieder aufs Neue atemberaubende Sanddünen in die Landschaft. Im Nordosten der Wüste bietet sich eine besondere geologische Sehenswürdigkeit: Hier kann man den Wolfe Creek Meteoritenkrater besichtigen, der vor etwa 300000 Jahren durch einen fast einen Kilometer breiten Meteoriten entstanden sein soll. Die Vegetation der Großen Sandwüste hat sich dem Klima am südlichen Wendekreis angepasst und wird hauptsächlich durch das Spinifexgras bestimmt, das auch große Trockenperioden übersteht. Ähnlich zäh sind die tierischen Wüstenbewohner, unter ihnen der australische Wildhund, der Dingo, einige Kamele und diverse Reptilien wie der Waran.
Obwohl die Wüste bereits 1873 von dem Engländer Peter Warburton durchquert wurde, ist sie noch fast ausschließlich von den australischen Ureinwohnern bewohnt. Die Bevölkerungsdichte ist allerdings sehr gering. Die historische Canning Stock Route dient aber auch heute noch als Orientierung für Reisewillige, die sich von der ungebändigten Landschaft der Großen Sandwüste angezogen fühlen.