Down Under Guide - Western Australia


Hyden

 Zu den erstaunlichsten Naturschauspielen Australiens gehört sicher der Wave Rock in der Nähe von Hyden im Westen des Landes. Eine gigantische Welle, die das Herz eines jeden Surfers höher schlagen ließe, ist hier ganz natürlich aus dem Felsen herausgespült worden. Ein beeindruckender Anblick, der schon von je her von hoher kultureller Bedeutung für die Aborigines war.

Die Gesteinsformation ist bereits 2,7 Milliarden Jahre alt. Im Laufe der Zeit haben Erosion und Wetter den Granit in eine riesige, gut 15 Meter hohe und rund 110 Meter lange Welle verwandelt.

Von hier führt ein kurzer Wanderweg zu den interessanten Felsformationen Hippo´s Yawn, die dem aufgesperrten Maul eines Nilpferds gleicht und dem um 1951 angelegten Wasserreservoir Gnamma Holes. Hier auf dem Parkplatz kann man die Gelegenheit zu einem Picknick mit atemberaubender Aussicht nutzen.

Etwa 16 Kilometer weiter nördlich des Wave Rock kann man eine weitere interessante Felsformation mit kleinen Granitwellen und einem einzelnen Monolithen bestaunen, die sich aus der Landschaft erheben: The Humps. Hier befindet sich auch eine Höhle mit eindrucksvollen Felsmalereien der Aborigines, Mulkas Cave, die man unbedingt besuchen sollte.

Hyden selbst ist ein kleines, eher bescheidenes Dorf, das vor allem vom Weizenanbau lebt. Doch ist es landschaftlich sehr schön gelegen, an der Grenze der westaustralischen Wheatlands zu den Outbacks. Das Leben hier ist rau und einfach, obwohl inzwischen rund 140.000 Besucher pro Jahr den beeindruckenden Wave Rock besuchen. Seit 1998 gibt es hier ein Resort als Stützpunkt für Reisende mit Unterkünften, Läden und einem Informationszentrum, das auch Basis für weitere Ausflüge in die Region ist.

Bereits die ersten Siedler in Hyden lebten von der Gewinnung von Sandelholz, das auch heute noch in dem 160 Hektar großen Buschland rund um Hyden zu finden ist. Hier wachsen außerdem Akazien, Eukalyptus und Kasuarien. Vor allem von September bis November, dem australischen Frühjahr, ist diese Gegend für Wanderer hoch attraktiv, denn die Artenvielfalt der Wildblumen ist schier überwältigend. Orchideen und Silbereiche, Zylinderputzer und Mittagsblume geben sich hier ein Feuerwerk der Farben. In dem kleinen Wildpark beim Resort kann man neben vielerlei Vogelarten auch Koalas und Wombats, Emus und Kängurus beobachten.

Für kulturell Interessierte ist die Ausstellung im Informationszentrum The Lake Place ein Muss. Denn hier ist die beeindruckende private Sammlung von Margaret Blackburn mit über 2000 Exponaten aus Stoffspitze von 1650 bis heute ausgestellt. Darunter ein Stück Klöppelspitze aus Chantilly, das aus einem Gewand der Queen Viktoria stammt.

Auf der Rückreise durch die Heartlands schwelgt man von August bis September während der Wildblumensaison in einem Meer aus Farben. Ein Anblick, den man nicht verpassen sollte.