Mount Magnet ist ein typisches Goldgräberstädtchen am Rande der Wüste, das schon bessere Tage gesehen hat. Es wurde nach dem gleichnamigen naheliegenden Hügel benannt, heute besser bekannt unter der Bezeichnung Warramboo Hill, wie ihn die lokalen Aborigines nennen. Der Geologe Robert Austin gab der Anhöhe während einer Expedition im Jahre 1854 diesen Namen, nachdem er hier magnethaltiges Eisen entdeckt hatte, das seinen Kompass durcheinander brachte. Austin kam bei seinen geologischen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Gegend lohnenswerte Goldvorräte aufwies, aber erst 1890 begann nach einem größeren Goldfund der wirkliche Goldrausch in Mount Magnet. 1895 wurde die Stadt proklamiert, 1898 fuhr die erste Eisenbahn nach Mount Magnet und im Jahr 1902 gab es bereits vierzehn Hotels, zwei Zeitungen und dreißig Goldminen in und um die Stadt. Obwohl die Minen sehr ertragreich waren, mussten die Minenarbeiter 1915 die Stadt verlassen, um in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Damit begann das Ende der Blütezeit Mount Magnets, die Bevölkerung nahm sehr schnell ab und heute leben etwa 1000 Menschen in Mount Magnet, dessen Minen erst seit der Erhöhung der Goldpreise wieder in Betrieb genommen wurden. Das wohl eindrucksvollste Zeugnis der einstigen Größe Mount Magnets ist die außerordentliche Breite der Hauptstraße.
Mount Magnet erreicht man von Perth aus über den Great Northern Highway. Neben der Goldförderung lebt das moderne Mount Magnet von seiner Funktion als Versorgungszentrale für die umliegenden großen Schaffarmen, darunter einige der größten in Western Australien.
Von einer Aussichtsplattform auf dem Warramboo Hill hat man einen guten Überblick über Mount Magnet und die umliegende Gegend. Das geschäftige Treiben der Arbeiter in den Tageminen lässt sich von hier aus beobachten und man bekommt einen ersten Eindruck von den umliegenden großen Granitfelsen, die hier zwischen großen Teppichen bunter Wildblüten die Landschaft prägen. Nach dem Abstieg vom Warramboo Hill sollte man nicht versäumen, sich diese großen Steinformationen einmal aus der Nähe anzusehen. Die beste Zeit, um die überwältigende Schönheit des bunten Blumenmeers zu genießen und die vielen einheimischen Vogelarten zu entdecken, die hier leben, ist nach dem Winterregen, zwischen Juli und September.
In Mount Magnet selbst gibt es ein Historisches Museum, alte Gebäude und Minen aus den Hochzeiten der Goldgräberstadt und auch einige gut erhaltene alte Wanderpfade und Transportwege sind rund um die Stadt zu finden.
Die städtische Infrastruktur bietet von der Unterkunft über die Versorgung im Supermarkt bis hin zu Veranstaltungen wie Freilichtkino und Pferderennen alles, was für eine Zwischenstation auf der Western Australien Tour wichtig ist.